Power over Ethernet
Wurde die Stromversorgung der angeschlossenen Endgeräte bisher oft individuell gelöst - meist über ein integriertes oder externes Netzteil - etabliert sich nun die zentrale Versorgung der Endgeräte über das Datenkabel als vorteilhafte Alternative. Eine Anwendung ist die Stromversorgung von Voice-over-IP Telefonen (VoIP) oder auch WLAN Access Points.
Grundlage der Stromversorgung über das Datenkabel ist die Erweiterung des Ethernet Standards IEEE Std 802.3™ durch die Variante IEEE Std 802.3af™ für Power-over-Ethernet (PoE). Der Standard IEEE Std 802.3af™ spezifiziert eine Versorgungsspannung von 48 V DC bei einem maximalen Strom von 350 mA pro Verbraucher (Powered Device oder PD), was unter Berücksichtigung der auf dem Datenkabel entstehenden Verluste zu einer effektiven maximalen Leistung von 13 W pro Verbraucher führt. Intelligente Prozeduren stellen dabei sicher, dass beispielsweise nicht PoE-fähige Endgeräte keinen Schaden nehmen.
Insbesondere bei größeren Anlagen summiert sich eine generelle Bereitstellung dieser Leistung.
Eine maximal zulässige Einspeisung von 15,4 W auf allen Ports ist in der Praxis oft völlig überdimensioniert. Betrachtet man eine typische Büroumgebung, so sind meist zwei IP-Telefone pro Installations-Switch angeschlossen. Bei Leistungsaufnahmen von weniger als 3 Watt pro Telefon (je nach Hersteller unterschiedlich) ist klar ersichtlich, dass eine Bereitstellung von 65 Watt pro Switch um den Faktor 10 überdimensioniert ist. Selbst bei der Beaufschlagung erheblicher Sicherheitsmargen lassen sich mit einem 65 W Netzteil problemlos 2, 3 oder 4 Switches mit je 2 Telefonen betreiben. Die Kosten für die Bereitstellung der erforderlichen Leistung lassen sich damit signifikant reduzieren. Voraussetzung ist allerdings, dass die Geräte über ein erweitertes Power-Management verfügen, um bei erhöhter Last durch falsche oder defekte Endgeräte eine Überlastung der Stromversorgung zu verhindern.
Erweitertes Power Management für MICROSENS Installations-Switches
Über die im IEEE 802.3af Standard definierten Leistungsklassen für Endgeräte hinaus ist es erforderlich, das Lastverhalten eines Switches genauer zu kontrollieren. Dabei kann definiert werden, wie sich das Gerät bei Überlast auf einem Port oder des Gesamtgerätes verhält.